Porzellan Marken

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Einf├╝hrung

August II der Starke, ein Verehrer und begeisterter Sammler ostasiatischen Porzellans, gr├╝ndete 1710 seine eigene Porzellanfabrik, die erste in Europa, die nach seinen eigenen Worten "der Gloire des K├Ânigs und dem Kommerz" dienen sollte. Und um beides zu sch├╝tzen, brachte er die Manufaktur in der streng bewachten und isolierten Albrechtsburg in Mei├čen unter. In den ersten Jahren dachte niemand daran, den Erzegnissen der Manufaktur eine Fabrikamarke zu geben. Es gab ja keine Konkurrenz. Alles Hartporzellan musste aus Mei├čen kommen. Zuerst trag man die Marken mit dem Pinsel auf das noch unglasierte St├╝ck auf.

Am Anfang gab es nur Blau als Unterglasurfarbe. Dann kam Gr├╝n als zweite Unterglasurfarbe hinzu ( sehr selten ). Erst als um 1830 Gummistempel in Gebrach kamen, wurde die leichtfl├╝ssigere gr├╝ne Farbe f├╝r Markenzeichen benutzt. Sowohl in den fr├╝hen Zeiten als auch sp├Ąter ├╝bertrug man Lehrlingen oder Hilfsarbeitern das Anbringen der Marken. Die machten das nicht immer sehr sorgf├Ąltig und nicht wenige Marken erscheinen verschmiert oder verwischt, bei manchen fehlen Teile und manchmal sind auch nur Konturen erkennbar. Dazu kommt, dass die auf die hart bebrannten por├Âsen Scherben in blauer Farbe aufgetragene Marke nach der Glasur unscharfe Umrisse hat, was es auch schwierig macht, sie zu fotografieren.

fr├╝he Bodenmarke von Meissen
farbe: blau / unterglasur

fr├╝he Bodenmarke von Meissen
gepre├čt

Marke der Fabrik aus Altenkunstadt
farbe: schwarz / aufglasur

Marke von Rosenthal in Selb
mehrfarbige Aufkleber
Seit dem sp├Ąten 19. Jahrhundert brachten die Hersteller h├Ąufig zus├Ątzliche Bezeichnungen oder Dekornamen ├╝ber oder unter der Marke an. Bei der Zeitbestimmung j├╝ngeren Porzellans hilft etwas das britische Handelsmarken-Gesetz von 1887. Es forderte, dass auf allen Import-Waren der Name des Herkunftslandes anzubringen sei. Das konnte bei deutschen Produkten mit den Worten "Made in Germany" geschehen oder einfach nur mit "Germany".

1891 erlie├čen die USA ein ├Ąhnliches Gesetz. Das erlaubt die Feststellung, dass alle St├╝cke, die den Namen des Herkunftslandes tragen, nach 1887 hergestellt worden sind. Leider ist es nicht m├Âglich, im Umkehrschluss zu sagen, dass alle Porzellanst├╝cke ohne die Herkunftsbezeichnung vor 1887 produziert wurden. Bei kleineren Artikeln, zu denen eben auch porzellan geh├Ârt, erlaubten die Zollbeh├Ârden n├Ąmlich, dass die Hersteller die Herkunftsbezeichnung nur auf den Transportbeh├Ąltern anbrachten und nicht auf jedem St├╝ck darinnen. Gelegentlich klebte man auch Papieretiketten mit dem Aufdruck "Germany" unter die St├╝cke. Andere Kennzeichnungen wie - Prussia, - Silesia, - Bavaria - oder ├Ąhnliche waren erlaubt, solange der Staat, in dem sie benutzt wurden, keinen Wiederspruch erhob.

Seit 1874 galt im Deutschen Reich das "Gesetz ├╝ber den Markenschutz". 1891 wurde das "Gesetz ├╝ber den Gebrauchsmusterschutz" eingef├╝hrt. Die Buchstaben "DRGM" im Zusammenhang mit einer Marke bedeuten "Deutsches Reich Gebrauchsmusterschutz". Sie sind ein Zeichen daf├╝r, dass das Porzellanst├╝ck nach 1891 hergestellt worden ist. 1894 trat das "Gesetz zum Schutz der Warenzeichen" in Kraft, das das Markenschutzgesetz abl├Âste. Warenzeichen wurden seitdem in die Warenzeichenrolle beim Patentamt eingetragen. Besitzer dieser Zeichen f├╝gten ihren Marken oft eine Beziechnung hinzu, die auf die Eintraging hinweis, wie: dep, DEP, Deponiert, Schutzmarke, Gesetzlicher Schutz, gesetzl. gesch├╝tzt, ges. gesch├╝tzt, ges. gesch. oder ├Ąhnlich.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts kommen zunehmend Schiebebilder f├╝r Marken in Gebrauch. Die Marke wird mit keramischer Farbe auf ein spezielles Papier gedruckt und mit Schiebe- oder Filmlack ├╝berzogen. Nachdem das Papier angefeuchtet ist, kann die Marke vom Film auf Porzellan ├╝bertragen werden.
Eine neue Farbe hat sie in den letzten Jahrzehnten wieder belebt, die Inglasurfarbe. Sie ist eine auf die Glasur aufgetragene Einsinkfarbe, die bei Brandtemperaturen von 1200 bis 1300 Celsius in die erweichte Glasur einsinkt und mit ihr verschmilzt. Marken, die mit Inglasurfarben aufgetragen sind, k├Ânnen wie Unterglasurmarken aussehen.

Auch wenn es zahlreiche F├Ąlschungen der Marken besonders der ├Ąlteren Manufakturen gibt, bleibt die Marke wichtigste Identifikationsmerkmal. Doch dazu kommen bei ├Ąlterem Porzellan noch Form und Stil des jeweligen St├╝cks, das Dekor, Die Farben, die Glasur, das Gewicht und der Klang.
(obige Fragmente kommen aus: "Deutsche Porzellanmarken von 1710 bis heute" - Robert E. R├Ântgen - 6. Aufl. 2007 - Battenberg Verlag)
HINWEIS!
Abbildungen und Beschreibungen der Porzellan Marken, die in den Ressourcen unserer Website sind, nur demonstrative vorgesehen werden und bilden keine Grundlage f├╝r genaue Sch├Ątzung oder Datierung der Porzellan! Herausgeber ├╝bernehmen keine Verantwortung f├╝r die Nutzung von Inhalten durch Benutzer!